Röcke aus Jersey mit Traumaüberwindung.

18:40 8 Comments A + a -

Heute mal was anderes hier. Kleidung, das gibt es sehr sehr selten. Und Jersey, noch seltener, wenn das überhaupt möglich ist ;) Warum erfahrt ihr auch gleich. 
Vorab ein großes Dankeschön an meinen Bruder, der spontan die Kamera in die Hand genommen hat, damit ich meinen Rock heute noch zeigen kann!


Ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich hier schonmal von meinem Jersey-Trauma erzählt habe. Falls nicht, jetzt die Kurzfassung.
Als ich gerade mit dem Nähen begonnen habe, also vor ca. 2-3 Jahren, habe ich mir unter anderem auch Jersey-Stoffe besorgt. Meine Nähmaschine hatte aber was dagegen, Jersey wollte sie partout nicht nähen. Ich habe Jerseynadeln gekauft, nur hochwertiges Garn verwendet und gefühlte hundert Tipps,Tricks und Ratschläge aus dem Netz befolgt. Trotzdem war es schon viel, wenn ich mal eine halbe Naht zustande gebracht habe, ohne dass etliche Stiche ausgelassen wurden. An Kleidung aus Jersey war also nicht zu denken. Ich war unglaublich frustiert und hab wirklich an mir selbst gezweifelt. Bin ich wirklich zu doof dafür? Oder kann das an der Maschine liegen? Aber kann nicht eigentlich jede Maschine Jersey vernähen?

Vor ein paar Monaten habe ich mir endlich eine neue Nähmaschine gekauft, die auch ein bisschen was drauf hat. Für mich ein absolutes Luxusmodel, auch wenn sie sich preislich eher im Mittelfeld bewegt, wenn überhaupt. Nach oben gibt es ja keine Grenzen, wie ich jetzt weiß. Und plötzlich ging das, einfach so. Kein Stoff wird gefressen, keine Wellenbildung und wunderbare Nähte, selbst ohne Jerseynadeln. Meine letzten Zweifel sind also beseitigt. Ich bin nicht das Problem!

Und weil ich noch zwei wunderbare Jerseystoffe hier liegen hatte (nur weil ich sie nicht vernähen kann, heißt das nicht, dass ich die schönen Stoffe nicht kaufe!),  außerdem meine Nähmaschine auch mal was anderes als Taschen sehen sollte, habe ich mich daran gemacht und mir zwei schöne, ganz einfache Jerseyröcke genäht. Und aus den Stoffresten noch Pulswärmer, der Herbst steht ja vor der Tür.


Der Schnitt für den Rock ist selbstgemacht. Dabei habe ich nach meinen Maßen zwei Rechtecke gezeichnet und nach unten zum Saum hin ein paar Zentimeter weiter werden lassen. Im Bund habe ich noch ein Gummi eingezogen, den Saum einfach eingeschlagen und mit der Zwillingsnadel gesäumt. Und das alles ohne Zicken. Genäht habe ich übrigens mit einem Overlockstich meiner Nähmaschine, was unglaublich lange gedauert hat. Sollte ich in Zukunft mehr Jersey vernähen, wäre eine Overlock sicher sinnvoll.


Super bequem diese einfachen Jerseyröcke. Und mir gefallen die Stoffe total.
So ganz ohne Tasche geht es hier irgendwie doch nicht, da hat sich nochmal eine mit ins Bild geschlichen ;)



Die Tasche ist schon älter, noch aus dem letzten Jahr. Ich hab sie mal ganz spontan zusammengebastelt, trage sie aber supergern und regelmäßig, weil sie schön schlicht ist.

Zum Thema Kleidung kann ich schonmal sagen, dass es auf jeden Fall auch weiterhin was zu sehen gibt. Im letzten Jahr habe ich ganz schön zugelegt, das hat mich Kleidungsnähtechnisch irgendwie ein bisschen gebremst. Ich wollte nicht vieel Nerven und Arbeit und Material in etwas stecken, was mir in ein paar Monaten dann wieder zu groß ist. Aber vielleicht passt es mir ja sogar in ein paar Jahren noch und wenn nicht - egal. 
Im Moment darf ich einen ganz tollen Rock für Rotbart probenähen, da freu ich mich schon, den zu zeigen. Das ist auf jeden Fall mal ein bisschen aufwändiger als ich das gewohnt bin.
Und ein Kleiderschnittmuster liegt hier auch schon. Da fehlt noch der passende Stoff für (es wird wieder Jersey!) und gerade auch einfach die Zeit.

Heute also doch dabei, bei RUMS.

8 Kommentare

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31. August 2017 um 21:02 delete

So sehr ich deine Täschchen liebe, freu ich mich auch, hier ab und zu mal Kleidung zu sehen. Die Röcke stehen dir total gut, klasse Stoffe.

Auch dein Trauma kann ich nachvollziehen, ich hatte nach einem katastrophalen VHS Kurs 30 Jahre lang Angst vor Nähmaschinen. Und jetzt ... ;-)

Liebe Grüße
Melanie

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1. September 2017 um 09:12 delete

Auch ich habe ganz lange kein Jersey vernäht und immer nur Taschen u. ä. So ganz habe ich die Jersey-Phobie aber immer noch nicht abgelegt. Deine Röcke sind jedenfalls gelungen.
Herzlichst Ulla

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Ronja
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1. September 2017 um 11:30 delete

Dankeschön! 30 Jahre? Wahnsinn wie manche Dinge sich doch im Kopf festsetzen.
Liebe Grüße!

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Ronja
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1. September 2017 um 11:31 delete

Ist ja auch ein störrisches Material irgendwie. Einfach machen ;)
Liebe Grüße!

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2. September 2017 um 08:50 delete

ganz zauberhafte röcke, ganz zauberhafte stoffe. aber ich verrate dir eines: wenn man einmal das jerseytrauma überwunden hat, wird es schwer mit etwas anderem zu nähen. jersey verzeit so vieles beim nähen. da kann man auch mal einen kleinen fehler machen und den später ausbügeln, was bei webstoffen leider nicht so geht.... ich bin gespannt, auf die dinge, die du sonst noch zaubern wirst. btw. ist jersey auch dankbar bei so situationen, in denen der körper mehr oder weniger wird. bleibt meistens passend, wo webstoff aufgibt oder ein fähnchen wird ;)
es spricht einfach alles für jersey *lach*
liebst,
jule*

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Ronja
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2. September 2017 um 13:41 delete

Ja, die Mitwachsfunktion bei Jersey hat schon ihre Vorteile :D Mal gucken, wie ich mit dem Material warm werde, aber ich bin zuversichtlich! Trotzdem werden gerade erstmal wieder Cordstoffe vernäht.
Liebe Grüße!

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Mareike
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3. September 2017 um 09:50 delete

Ist schon interessant, was eine gute Nähmaschine so ausmacht. Dein kleines eigenähtes Label am unteren Saum gefällt mir richtig gut.
Auch meine Maschine ist eben keine Overlock, weswegen ich den Jersey ja mit der Hand nähe. So hab ich ein mögliches Trauma direkt umschifft.

LG Mareike

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Ronja
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3. September 2017 um 11:39 delete

Ich bewundere deine Geduld! Mit der Hand nähen dauert mir einfach zu lange, da bin ich ungeduldig ;) Das kleine "Label" ist hauptsächlich dazu gedacht, dass ich direkt sehe, wo vorn und hinten ist. Schön, dass es dir gefällt.
Liebe Grüße!

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