Jolanda und ich

Es gibt Dinge, die funktionieren einfach nicht. Zum Beispiel im Liegen trinken. Man weiß, es geht daneben. Trotzdem probiert man es immer mal wieder aus.
Große Muster auf Oberteilen gehört für mich in die gleiche Kategorie.  Ich fühl mich verkleidet, jedes Mal. 

Als Katrin von Freuleins (ihr erinnert euch vielleicht an den Kulturbeutel: Oh, Valentin!) mich fragte, ob ich Jolanda mitnähen möchte, hab ich mich total gefreut. Eigentlich wollte ich erstmal eine kleine Probenäh-Pause einlegen, in letzter Zeit hab ich da echt viel gemacht und will gern wieder mehr an eigenen Projekten Arbeiten. Aber die ersten Bilder von dem schlichten Blusenshirt haben mir schon total gefallen. Und nach den beiden Elsen war ich sowieso schon ein bisschen euphorisch und wollte gern einen weiteren Shirt Schnitt austesten. Also hab ich Jolanda genäht und gelernt. Und was?


Punkt 1: Höre auf deine innere Stimme, die dir sagt, dass du dich in dem Stoff nicht wohl fühlen wirst. Ich finde den Stoff wunderschön, wirklich. Ich könnte ihn mir dauernd angucken. Aber eben nicht im Spiegel. Wenigstens konnte ich mich davon abhalten, ihn in Rosa zu bestellen, das war nämlich mein erster Impuls. 


Punkt 2: Halte dich an die Anleitung! Oder in diesem Fall: Halte dich an die Materialempfehlungen für Schnitte. Katrin empfiehlt fließende Stoffe wie Modal oder Viskose. Mein Blusenstoff ist zwar schön leicht, aber durch den hohen Baumwollanteil fällt er nicht so fließend, wie ich es mir wünschen würde.

Beides Dinge, die ich hätte vermeiden können. Und wider besseren Wissens nicht beachtet habe. Außerdem hatte ich schon vorher befürchtet, dass so eine Oversized Bluse nicht unbedingt mein Schnitt ist, und ich fühle mich auch hier ein wenig bestätigt. Grundsätzlich finde ich den Schnitt zwar schön, an mir aber noch sehr gewöhnungsbedürftig. Im Hüftbereich hätte ich vielleicht auch noch den ein oder anderen Zentimeter Stoff dazugeben können, aber ich will ja nicht kleinlich sein.

Und obwohl sich das jetzt so negativ liest, gefällt mir das Shirt trotzdem. Jolanda trägt sich wirklich angenehm. Ist oversized geschnitten (heißt: da passen auch viele Kugeln Eis drunter) und in Kombination mit dem Stoff super luftig und leicht, worüber ich mich bestimmt an heißen Sommertagen freuen werde.

Im Schnitt ist auch noch eine tailliertere Version und eine längere Ärmelvariante enthalten, beides während des Probenähens entstanden. Die werde ich dann nochmal aus ganz schlichtem Material nähen. Das passt dann mehr zu mir.

Spaß gemacht hat mir das Nähen aber dennoch. Und das Shooten ;) 
Am liebsten mag ich ja Bilder, auf denen mein Kopf nicht mit drauf ist, deswegen wird der auch nie fotofertig gemacht. Hat bei diesen Bildern aber nicht so funktioniert, also heute mit Kopf und praktischen Haaren.


Genäht war Jolanda übrigens sehr sehr schnell, sogar für eine Anfängerin wie mich. An dieser Stelle nochmal ein ganz dickes Dankeschön an Katrin. Für das Vertrauen und deinen Einsatz für deine Probenäherinnen, das ist großartig! 

Der Schnitt ist in Größe S bis XL entweder direkt hier bei Freuleins im Shop oder über Makerist erhältlich.
Stoff bei Alles für Selbermacher.
Und ich heute bei RUMS.

Habt einen sonnigen Tag!

DIY Visitenkarten

Manchmal passiert es, dass ich nach dem Namen/Link zu meinem Blog (oder neuerdings auch zum DaWanda Shop) gefragt werde. Manchmal auch nach einer Karte. Tja, da steh ich dann meistens und suche nach Zettel und Stift, weil mein Blogname ja irgendwie ungünstig gewählt ist. 

just sewn. – Gesprochen für Nichtnäher nicht besonders einprägsam. Ich hab schon mehrfach über einen Namenswechsel nachgedacht. Vielleicht lieber was deutsches oder einprägsameres.  Aber eigentlich mag ich es, wie es ist.

Also hab ich mir Visitenkarten gebastelt. Die kann ich dann einfach zücken, muss nicht nach Zettel und Stift kramen (dann evtl. doch nicht dabeihaben).

Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, mir Karten drucken zu lassen, konnte mich aber nie für ein Design, Format und Qualität entscheiden.


Also, zunächst eine Datei mit Standardmaßen für Visitenkarten angelegt. Name, Website und Mailadresse drauf und auf festem Papier (ich glaube es waren 200 g/m²) ausgedruckt. Dann müssen die Karten nur ausgeschnitten werden. Mit einer Papierschneidemaschine geht das ziemlich schnell und ordentlich.


Statt mein Logo einfach drauf zu drucken, habe ich meine SnapPap Label und Stoffreste aufgenäht. Wusst ich doch, dass ich die noch brauche ;) 
Gleich mehr Haptik. Und thematisch sehr passend.



Beides habe ich mit Wondertape fixiert, damit sich nichts verschiebt und mit Zickzackstich aufgenäht. 


Hoffentlich fransen die Kanten nicht zu sehr aus. Meine Zackenschere war in letzter Zeit etwas schwergängig und nachdem ich irgendwann an ihr herumgebastelt habe, funktioniert sie jetzt noch schlechter. 


Auf der Rückseite sieht man natürlich die Naht. Stört mich persönlich aber nicht in diesem Fall. Die Karten, die ich den Bestellungen beilege, haben nachträglich noch den Shoplink auf die Rückseite bekommen.


Ich bin ziemlich planlos an die Kartensache herangegangen, aber das Ergebnis mag ich.
Für kleine Stückzahlen ist das wirklich eine schöne Alternative zum professionellen Druck, finde ich und einfach und relativ schnell umgesetzt.


Habt ihr Visitenkarten? Vielleicht sogar selbst gemachte? Und ab wann bracht man welche? 

Heute beim Creadienstag und HoT.

Mein Alleskönner-Rock

Hey, ihr Lieben!

Die letzten Beiträge waren eher Kleidungslastig und das geht heute auch nochmal so weiter.

Letzte Woche verschlug es mich spontan für ein paar Tage nach Berlin. Und wie der Zufall (haha) es wollte, kam ich auch bei Frau Tulpe vorbei. Ja, und da war er dann: Der Stoff. Superweicher Babycord, Petrol. Schon ewig hab ich genau diesen Stoff im Kopf gehabt und eben auch einen Rock aus diesem Stoff. Im Nachhinein bereue ich schon, dass ich nur einen Meter mitgenommen habe. Ich sag euch, ein Besuch in diesem Laden fordert definitiv Selbstbeherrschung und ich hab meine bewiesen.

Ich präsentiere: Der Alleskönner-Rock!

  
Der Alleskönner-Rock ist einfach "nur" (Danke Karin, für deine Gedanken zu diesem kleinen Wort) ein Rock aus sechs Trapezen, mal wieder ein Bahnenrock. Oben mit Bündchen und weil die Tulpen aus dem japanischen Stoff so gut dazu passten, mit aufgesetzter Tasche. Zum Beispiel für Kleingeld, Einkaufsliste oder Taschentuch.

Das schöne an so einem Bahnenrock ist, dass der Schnitt auf die eigene Figur angepasst auch superschnell gezeichnet ist. Bei meinen Proportionen (schmale Taille, breite Hüften) sind Kaufkleidung und Schnittmuster manchmal ein bisschen problematisch. Da liegen dann laut Maßtabelle meistens mindestens(!) 2 Größen zwischen den beiden Maßen. Bei Hosen ist das besonders schwierig (da kommen dann auch noch die kräftigen Beine dazu), aber auch bei Shirts hab ich schon geflucht. Und deswegen trage und nähe ich so gerne Röcke. Genau, weil's irgendwie einfach ist. Kann man auch mal so zugeben. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.


Ach ja, und warum Alleskönner-Rock? Das kam mir einfach so in den Sinn, so nenne ich ihn. Saubequem. Geht an kalten und warmen Tagen. Krabbelt auch ohne Futter nicht die Strumpfhose rauf und passt irgendwie zu fast allem, was ich im Schrank hab. Und in Wirklichkeit ist das Blau auch noch viel viel schöner, als ich mit der Kamera einfangen konnte.



Außerdem kann man sich auch ganz wunderbar darin drehen, sehr wichtig! Nicht, dass ich das im Alltag dauernd mache. Aber ich weiß, dass ich es jederzeit könnte ;)


Auf dass mich dieser Rock an eine schöne Zeit erinnert.

Heute bei RUMS.

Else, die erste.

Ja, genau. Heute die erste Else, die ja Dienstag verhindert war.

Erzählt habe ich ja schon ein bisschen, als ich Dienstag meinen zweiten Versuch gezeigt habe. Und das ist sie nun:


Langarm, U-Boot-Ausschnitt.

Wenn ich mir die Bilder so anschaue, gefällt sie mir schon sehr gut. Ja, sie ist wirklich ein bisschen kurz geworden, und ja, der Beleg rutscht mir manchmal raus, weil ich den Jersey dafür nicht mit Vlieseline verstärkt habe. Aber sonst kann ich doch ziemlich zufrieden sein. Sie ist recht locker geworden, aber das macht eigentlich nichts. Wenigstens passen die Arme hier perfekt ;) 


Den Überschuss an Stoff im Brustbereich sieht man hier gar nicht so, eher beim Bewegen. Auch dass der Ausschnitt dann manchmal ein wenig beult.



Der Stoff ist ein Jaquard Sweat von Traumbeere. Gelb auf Dunkelblau. Ein super gemütlicher Stoff. Vor ein paar Wochen habe ich mir den in Bochum auf dem Stoffmarkt mitgenommen. Volle 2 Meter, ein Kleid sollte draus werden. 



Zuhause hab ich dann aber eingesehen, dass das doch ein bisschen too much ist mit dem Muster und mir lieber einen Rock genäht. Die Else dann später. Ich hab mal testweise beides zusammen angezogen und das bestätigt mich: definitiv zu viel Muster für mich.  

Der Stoff ist auf jeden Fall super warm und wenn meine Else noch ein bisschen länger wäre, wär sie ein super Kuschelpulli. 


Jaquard Sweat steht für Gemütlichkeitskleidung jetzt ganz dick unterstrichen auf meiner Kopfliste. Wird definitiv noch öfter vernäht. Aber wahrscheinlich dann eher wieder ab Herbst, im Moment wünsch ich mir lieber Frühling.

Und heute mit meiner Else Nr. 1, die ich erst gar nicht mochte und dann doch, zu RUMS.

Mal wieder.

Ja, mal wieder. Einfach nur Täschchen. Ein Foto Post. Es ist ja doch schon wieder ein paar Wochen her, seit ich euch ein paar Täschchen gezeigt habe, also darf ich mal wieder ein bisschen spamen, denk ich. Und ich mag sie einfach zeigen. Vielleicht gab es das ein oder andere hier auch schon zu sehen. Ich weiß nicht mehr.







Zu sagen gibt es eigentlich nicht viel. Die allermeisten kamen in den DaWanda Shop, einige sind schon verkauft, andere nicht.


 Täschchen.

Shirt Else

Nach der Elsbag die Else. Seit ich beschlossen habe, dass mein Outfit auch namenstechnisch zueinander passen soll, fällt mir die Auswahl der Schnitte viel leichter. Nein, Spaß beiseite. Einfacher Zufall!

Also, heute mal was neues. Ich hab mir in den Kopf gesetzt, ein schlichtes Langarm-Shirt zu nähen. Ich trage im Alltag eigentlich immer schlichte Langarm-Shirts oder Pullis ohne irgendwelchen Schnickschnack. Am liebsten Uni. Muster bei Kaufkleidung gefallen mir meistens einfach nicht, außerdem sind meine Röcke fast alle gemustert. Also zwei gute Gründe für Uni.

Also machte ich mich auf die Suche nach einem Schnitt. Schlicht, am liebsten mit U-Boot-Ausschnitt oder wenigstens nicht zu tiefer Rundhals. Körpernah, aber nicht zu eng geschnitten. Die Auswahl hielt sich eher in Grenzen. Favorit war die Frau Marlene von Fritzi Schnittreif. Gut möglich, dass ich das Shirt auch noch nähen werde. Nachdem ich aber nochmal auf meinem Pinterest Board gestöbert habe, entdeckte ich Else wieder. Als Kleid- und Shirt-Version. Die Entscheidung war also gefallen, schon allein weil ich auch gern Kleider trage. Außerdem ist Else ja irgendwie alles. Mehrere Rock- und Ausschnittvarianten, Kragen oder Kapuze sind möglich.


Das Ebook gibt es immer für zwei Größen. Nachdem ich mich vermessen habe, hab ich mich für 38+40 entschieden und zunächst Größe 40 gedruckt, geklebt, geschnitten. Die erste Else (konnte heute nicht abgelichtet werden, weil in der Waschmaschine) hab ich nämlich aus wunderbarem Jaquard-Sweat genäht. So ein richtig gemütliches Material. Weil das etwas dicker ist als Jersey hab ich mich für die größere Größe entschieden. Das Ergebnis war dann eher so mittelgut, was aber definitiv an mir liegt und nicht am Schnitt oder der Anleitung. 

(Der folgende Absatz hat nichts mit meinem gezeigten Elsenshirt zutun und kann wahlweise übersprungen werden)

Weil: Ich habe mich für ein Shirt mit U-Boot-Ausschnitt entschieden, der mit Beleg genäht wird. Für den Beleg wird Stretch-Vlieseline benötigt, sagt die Anleitung. Brauch ich nicht, denk ich mir. Ging auch gut zu nähen. Da ich für den Beleg aber Jersey verwendet habe, rollt der sich dauernd hoch, schlabbert und will wieder aus dem Ausschnitt raus, was sehr nervig ist. Außerdem habe ich das Shirt einfach zu kurz zugeschnitten. Mal eben schätzen klappt nicht immer. Dann hab ich versucht da Bündchen und danach Rollbündchen dran zu nähen in Kontrastfarbe, um noch ein bisschen Länge rauszuholen. Ebenso an den Ärmeln. Sah doof aus.  Im Übrigen war das Shirt gerade im Brustbereich auch viel zu schlabberig. Ich hab also ewig dran rumgebastelt und das Shirt verschlimmbessert, bis ich mich entschieden habe, die Bündchen wieder abzutrennen, die Kanten einzuschlagen, abszusteppen und damit zu leben. Alles in allem habe ich fast einen ganzen Tag daran gesessen. Wie gesagt, das Shirt ist jetzt okay. Ich werde es tragen, weil es super gemütlich ist und ich den Stoff mag und vielleicht zeige ich es hier auch nochmal. 


Was ihr hier seht, ist also Else Nr. 2.
Diesmal in Größe 38, mit Dreiviertel-Ärmeln und wieder mit U-Boot-Ausschnitt mit Beleg. Diesmal hab ich auch Stretch-Vlieseline besorgt. Man ist ja lernfähig.
Größe 38 passt soweit ganz gut, nur die Ärmel sind zu eng, was man auf den Bildern auch deutlich erkennt. Das sieht man aber nur, das Tragegefühl ist super. Die nächste Else also in 38 mit Ärmeln in 40. Da muss ich noch ein bisschen am Schnitt basteln.  





Das Shirt hab ich beim zweiten Mal dann extra lang zugeschnitten, angezogen und dann die Länge abgesteckt. So gefällt mir das. Das Shirt ist nun hinten ein wenig länger und der Saum ganz leicht gerundet.


Der Ärmel ist noch nicht gesäumt, sondern einfach nur zweimal umgeschlagen. Das gefällt mir so gut, dass ich das so lassen werde. Evtl. noch mit ein paar Handstichen so fixieren.


Damit ich vorne und hinten direkt erkenne (ich hab bei Anproben tatsächlich oft das Shirt falschrum angezogen und mich über die schelchte Passform geärgert!) hab ich noch ein kleines Label gebastelt und hinten eingenäht.
Das fixiert auch gleichzeitig den Ausschnittbeleg hinten, auch wenn der mit der Vlieseline schon sehr gut in Form bleibt beim Tragen.


Den Fuchs kennt ihr ja schon. Ein Stück weiße Baumwolle habe ich auf Vlieseline H200 gebügelt und dann bestempelt und mit einfachem Geradstich aufgenäht. Ich hoffe, dass das auf Dauer beim Waschen nicht zu sehr ausfranst.

Mit dem Uni-Shirt ist es, wie man sieht, auch nichts geworden. Deswegen dazu auch Jeans. Auf beides wurde ich schon angesprochen, positiv :) Ich bin also stolz und zufrieden, auch wenn keine der beiden Elsen perfekt geworden ist. Aber da wird sicher jedes Shirt besser. Meine ersten Taschen sind auch kein Vergleich zu denen, die ich heute nähe. Lernen, entwickeln und üben üben üben.

Gelernt habe ich: Ja, ich kann auch Shirts nähen! Folglich auch Kleider, weil: Shirts kann ich, Röcke kann ich. Einfache Logik. 
Und zweitens: Folge der Anleitung. Experimente sind gut, aber nicht zwingend beim ersten Mal.


Schnitt: Else von Schneidernmeistern in Größe 38

Und damit heute zum Creadienstag und HoT.

Habt einen schönen Tag!

Elsbag, drei in eins

Für dieses Jahr hab ich mir ein paar Dinge notiert, die ich unbedingt endlich mal umsetzen möchte, die ich schon lange mal machen will. Unter anderem auch einige nähtehnische Herausforderungen natürlich. Hinter eines kann ich nun einen Haken machen, ein Rucksack. 



Bei all den Taschen habe ich tatsächlich noch keinen einzigen Rucksack genäht, Turnbeutel zähl ich mal nicht.

Und manchmal passt einfach alles so richtig gut zusammen.

Am Mittwoch nachts nach der Arbeit hab ich den spontanen Probenähaufruf für die Elsbag gelesen. Passend, weil der Aufruf von Elsbeth & Ich kam, die ihren Laden in Bochum haben (und online, hier), wohin ich am nächsten Tag fahren wollte. 
Wer von euch mal nach Bochum kommt, sollte dem Laden unbedingt einen Besuch abstatten. Ein super tolles Sortiment, ausgewählte hochwertige Stoffe und immer liebe und hilfsbereite Mitarbeiter. 

Ich hab mich also wahnsinnig gefreut, als ich am nächsten Tag die Nachricht bekam und den Schnitt persönlich im Laden abholen konnte und nebenbei auch noch Material einkaufen. Oilskin wollte ich schon länger mal austesten, bis dahin hatte mich der Preis aber abgehalten. Zur Elsbag passt das Material aber einfach ganz wunderbar, der Rucksack soll ja auch ein wenig robust und wetterfest sein.




Zum Schnitt: 

Die Elsbag ist ein Papierschnitt mit Anleitung. Die Schnitteile sind alle Rechteckig, so dass man mit den Maßen aus der Anleitung auch sehr gut arbeiten kann und kein Schnittmuster auschneiden. Das mag ich ja immer sehr. Zwei mal schneiden (einmal Papier und dann den Stoff) finde ich unglaublich nervig. Es sind aber schon so einige Schnitteile, weshalb man sich unbedingt Zeit nehmen sollte. Ich hab ungefähr einen halben Tag (inkl. nähen) für die komplette Tasche gebracht, natürlich mit Kaffeepausen ;)

Die Rucksacktasche bietet mehrere Tragevarianten. Einmal ganz klassisch als Rucksack, Henkel zum Tragen in der Hand oder über dem Arm und optional noch ein abnehmbarer Träger zum Umhängen. 

Interessant finde ich auch den super ausführlichen Rucksackvergleich von Fredi von Seemannsgarn. Wenn ihr mal einen Rucksack nähen möchtet, kann ich euch den Beitrag nur wärmstens empfehlen. Meine Elsbag war schon im Gebrauch, als ich ihren Artikel gelesen habe. Trotzdem spannend.
 
Oben wird der Rucksack mit einem Reißverschluss geschlossen, auf der Vorderseite befindet sich ein unter der Blende verstecktes Reißverschlussfach, auf der Rückseite kann auch eins genäht werden (dort ohne Blende).


Von der Handhabung ist die Elsbag also toll. Ich kann den Rucksack einfach abnehmen und mir über den Arm hängen, wenn ich etwas aus der Tasche brauche oder an der Kasse schnell einpacken möchte. Kein umständliches auf dem Boden abstellen. Die beiden Reißverschlussfächer außen ermöglichen es auch, schnell mal die Taschentücher / Handy / Portemonnaie griffbereit zu haben, ohne erst in der Tasche zu wühlen. Dabei kann durch die Blende bzw. das rückseitige Fach trotzdem niemand mal schnell reingreifen. 

Vom Innenleben hab ich leider kein Foto gemacht, dort befindet sich nur ein einfaches Einsteckfach über die breite des Rückens, das einmal mittig geteilt wird. Wem das zu wenig ist, der kann sich aber sicher noch beliebige Fächer dazubasteln. Oder einen Schlüsselfinder. Ich muss unbedingt nächstes mal an einen Schlüsselfinder denken!


Der groß gepunktete ist mein Innenstoff. Mal so ein Foto, weil ich es verpatzt hab, eins vom Innenleben zu machen. Den Stoff hab ich ja schon häufiger vernäht und für die Elsbag gleich nochmal nachgekauft. Im Nachhinein hätte mit ein kleiner gemusterter Stoff vielleicht besser gefallen, aber ich mag ihn.


Die Größe der Elsbag sollte man nicht unterschätzen, da geht wirklich einiges rein. Entsprechend schwer kann sie auch werden. Letzte Woche bin ich mit ihr auf der Creativa in Dortmund gewesen, den Belastungs- und Komforttest hat sie überstanden. Einzig die Träger würde ich nächstes mal vielleicht noch ein kleines bisschen polstern.  

Im Alltag trage ich die Tasche aber am liebsten am langen Träger über der Schulter, die Rucksackfunktion gefällt mir für Momente, in denen man die Hände frei haben möchte oder das Gewicht der Tasche auf beiden Schultern verteilen. Bestimmt kennt ihr das Phänomen: Große Tasche = Volle Tasche. Immer. Ich werf da einfach immer alles rein, bis die Tasche voll ist. Gestern hab ich erst 3(!) paar Armstulpen rausgefischt. Schon gesucht.


Und noch ein paar Worte zum Material. Oilskin. Gewachste Baumwolle. Das Material ist also wasserabweisend, lässt sich aber super gut vernähen und auch bügeln (dabei aber das Bügelbrett mit einem alten Tuch schützen). Lässt sich also schön verarbeiten, was mir gerade bei dieser Tasche gelegen kam. Dort treffen ja Stellenweise schon so einige Lagen aufeinander und mit anderem Material wäre das sicher schwierig geworden. 
Entegegen meiner Befürchtungen schmiert da aber nix aus dem Stoff raus. Weder beim Nähen, noch beim Tragen.

Oilskin ist nicht waschbar, aber man kann es gut abwischen. Durch das viele Bügeln beim Nähen hat sich ein Teil des wachses aus dem Stoff natürlich verabschiedet. Ein kleiner Spritztest hat aber bewiesen, dass das gar nichts macht. 

An einem Reststück erstmal getestet:


Bei bedarf kann man den Stoff wohl auch nachwachsen, damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt.

Puh, das war mal ein ungewöhnlich ausführlicher Post heute. Ihr seht, ich bin mit meiner Elsbag echt glücklich. Das Material ist perfekt geeignet, der Rucksack nicht nur schön, sondern auch praktisch und eine kleine Portion Stolz schwingt hier auch noch mit. 

Den Schnitt bekommt ihr hier im Shop von Elsbeth & Ich.
Den Oilskin auch.

Und mich findet ihr heute ganz stolz und glücklich bei RUMS und den Taschen und Täschchen (und Rucksäcken, ha ha).