Mein Bahnenrock aus Cord

00:39 18 Comments A + a -

Obwohl ich mir ja immer vornehme das zu ändern, nähe ich immernoch viel zu wenig Kleidung. Das hat verschiedene Gründe. 



Zum einen weiß ich, dass ich Taschen kann. Das fällt mir leicht. Richtige Kleidung finde ich schwer. Fängt beim Zuschneiden an. Da denke ich mir nichtmal eben ein paar Maße aus, die ich mit Rollschneider und Lineal frei ausschneide. Nein, da muss ich mir einen Schnitt zeichnen oder einen fertigen Schnitt kleben oder abzeichnen und ausschneiden, auf Stoff übertragen und wieder ausschneiden. Dafür brauch ich dann meistens auch mehr Platz, als für ein Federmäppchen, den ich mir schaffen muss. Und definitiv auch mehr Material, Stoff, Zeit und Geduld.

Und dann kommt das Nähen. Da ich (noch!) keine Overlock besitze, muss ich bei dehnbaren Stoffen auf die Fake-Overlock-Stiche meiner Nähmaschine zurückgreifen. Und das geht sehr sehr langsam. Zickzack hat mich dafür einfach nicht überzeugt. Und nachdem man sehr sehr lange sehr sehr langsam genäht hat, kann man das Teil dann anprobieren. Und dann passt es vielleicht nicht. Weil man sich vermessen hat oder verrechnet oder Proportionen hat, die nicht der Norm entsprechen und dies nicht beachtet hat.
Im besten Fall kann man dann anpassen und es sitzt. Wenn man das kann, natürlich.



Dann ist alles gut. Und wenn es blöd läuft hat man ein paar Wochen oder Monate später zu- oder abgenommen und es sitzt nicht mehr alles so, wie es soll. Das nervt dann auch. Bei Kaufkleidung stört mich das weniger, aber bei selbst Genähtem, in das ich Zeit und Arbeit gesteckt habe, find ich das jedes mal schade. Klar, passt irgendwann wahrscheinlich wieder.

Ich lese oft, dass sich Menschen entweder als Taschen- oder Kleidungsnäher bezeichnen. Oder als Patchworker, die aber oft auch gern Taschen nähen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie immer. Webware oder Maschenware. Wahrscheinlich ist da was dran, irgendwie. Aber wie kommt das? Hätte ich mit einer anderen Maschine mit anderen Vorraussetzungen nähen gelernt, würde ich jetzt vielleicht haufenweise Hoodies produzieren.


Wenn ich Kleidung nähe, dann immernoch am liebsten Röcke. Weil ich die erstens gerne trage und weil die zweitens auch gut aus Webware gehen. Hoodie aus Webware geht nicht.

Und ich hab mir mal wieder einen Rock genäht. Genauer: Ein Bahnenrock aus Feincord. Vier Bahnen, Bündchen. Dafür kann man den Schnitt ganz einfach selber zeichnen und die Gefahr sich zu verrechnen ist auch sehr gering. 



Wichtig bei Kleidung für mich: Muss bequem sein. Und man muss sich bewegen können, ohne dauernd irgendwo rumzuppeln zu müssen.



Das geht bei diesem Rock sehr gut, viel Freiraum. Bequem weil Bündchen. Das ist so ein Rock, der auch locker kleine Gewichtsschwankungen mitmacht, in beide Richtungen.


Der nächste wird dann aus 6 Bahnen genäht, so der Plan.

Ich hab mir übrigens vor ner ganzen Weile mal ein Papierschnittmuster für ein Kleid gekauft. So eins wo man appausen muss etc. Das ist grausam. Ich werde es nähen, irgendwann. Ganz bestimmt. 

Heute dabei bei RUMS :)

18 Kommentare

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15. Februar 2018 um 05:13 delete

Liebe Ronja,

ja das kenne ich ... mir fällt es auch immer schwer die richtigen Stoffe für mich zu finden und dann kommt da ja auch noch der Zuschnitt welche Größe habe ich denn schon wieder und wie verdammt soll ich das jetzt ausmessen? :)
Dein Rock gefällt mir aber richtig gut und das Bündchen ist eine tolle Idee...

Viele liebe Grüße sendet dir die Nähbegeisterte

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Nria
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15. Februar 2018 um 09:37 delete

Am Anfang habe ich auch am liebsten Röcke genäht - die sind (meistens) nicht soo passformsensibel, man kann sie zur Not einfach ein Stückchen höher oder tiefer auf der Taille/Hüfte tragen ... :D
Heute nähe ich alles - Kleidung aus allen Materialien, Taschen/Accessoires, Patchwork - nur Schuhe kann ich noch nicht selbermachen ;)
Ein Tipp zum Jerseynähen: Ich nähe nur Quernähte (Säume, Teilungsnaht unter der Brust, ggf. Ärmel, wenn sie eng sitzen) mit schmalem Zickzack oder dehnbarem Stich, die Seitennähte nähe ich einfach mit Geradstich, die müssen sich sowieso nicht dehnen. Und wenn ich faul bin, nähe ich das komplette Teil mit Geradstich (geht bei Säumen aber nur bei Rocksäumen oder etwas weiter geschnittenen Shirts); gerissen ist mir da noch nie eine Naht ...

Der Rock ist schön geworden! Cord mag ich ja unheimlich gerne :)

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Sheepy
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15. Februar 2018 um 09:56 delete

Solche Beqeumröcke liebe ich ... müsste auch mal wieder an die Maschinen ;O).
Lieben Inselgruß
Kerstin

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Ronja
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15. Februar 2018 um 11:00 delete

Hihi, Bündchen ist einfach super bequem und schnell angenäht ;)
Und sollte es doch mal schlabbern, kann man nachträglich auch noch ein Gummi einziehen. Sehr praktisch!
Liebe Grüße,
Ronja

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Ronja
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15. Februar 2018 um 11:04 delete

Danke für die Tipps :)
Und ja, Röcke mal etwas höher oder tiefer tragen können ist noch so ein pro Argument :D
Cord mag ich auch sehr. Ich glaub sogar, fast alle meine Röcke hab ich aus Cord genäht.

Liebe Grüße,
Ronja

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Isa
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15. Februar 2018 um 22:14 delete

Dein Rock ist sehr schön geworden! :-) könntest du vielleicht zeigen welche Form die Bahnen haben (ich habe mir noch keinen Rock genäht bis jetzt) vielen Dank! :-)

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Ronja
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15. Februar 2018 um 23:23 delete

Danke dir!
Ich hab mal schnell aufgezeichnet, wie ich meine Bahnen berechnet habe:
https://www.dropbox.com/s/8v7127n44w0cf4h/Schnitteil%20Bahnenrock%20berechnen.jpg?dl=0

Hoffe, das ist verständlich. Falls nicht, einfach nochmal fragen ;)

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17. Februar 2018 um 09:17 delete

Hallo Ronja,
ich kann dir nur zustimmen. Auch ich gehöre zum Team 'Taschen nähen'. Trotz Overlockmaschine nähe ich fast keinen Jersey. Meine Klamottenpläne werden immer durch Taschen vertrieben :) Aber ich bin immer noch gewillt, das wirklich wirklich wirklich zu lernen.
Dein Rock ist toll geworden. *einmaldrehenbitte* ;)
Liebe Grüße,
Katharina von 4Freizeiten

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Ronja
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17. Februar 2018 um 14:15 delete

Hi Katharina!
Ja, du und der Jersey ;) Da hab ich ja auch immer mitgelesen und mich oft wiedergefunden. Schön, dass ich nicht die einzige bin, der es da so geht.
Liebe Grüße,
Ronja

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Mareike
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18. Februar 2018 um 11:31 delete

Liebe Ronja,

der Bahnenrock ist super. Ich mag meine Röcke auch genau so und aus den selben Gründen. Ein Kilo mehr oder weniger macht hier überhaupt nichts aus. Wobei das auch für einige Kleider gilt. Ich empfehle hier das Tea House Dress. Da kannst Du sogar mindestens 5 Kilo variieren. Ich mach meinen Rock ja gerne aus sechs Bahnen, weil er dann noch schöner fällt. Bin schon auf Deinen Nächsten gespannt.

LG Mareike

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Ronja
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20. Februar 2018 um 02:51 delete

Hey Mareike,

danke dir :)
Ich glaub auch, dass der Rock mit 6 Bahnen noch schöner fällt. Anfang März komm ich zum Stoffmarkt, da such ich mir dann einen passenden Stoff aus.
Kleider sind auch immer toll zum "Mitwachsen", da hast du Recht.

Liebe Grüße,
Ronja

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22. Februar 2018 um 17:28 delete

Noch einmal Team Tasche! Schon witzig, 20 Taschenteile sind weniger beängstigend als ein Shirt aus 4 Teilen.
Dein Rock ist echt schön geworden, das wäre auch mal eine Idee für mich. Bei mir gibt es sonst nur Schlauch-Röcke, da ist das Vermessen am einfachsten.
GLG, Kerstin

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Ronja
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24. Februar 2018 um 13:46 delete

Ja, da hast du Recht. Die komplizierteste Tasche macht mir weniger Angst als ein schlichtes Shirt !
Vielen Dank dir, der Rock ist aber auch wirklich einfach und schnell genäht und das Vermessen ist auch nicht schwerer als bei einem Rock aus 2 Rechtecken ;)
Liebe Grüße,
Ronja

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Amely
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27. Februar 2018 um 19:27 delete

Liebe Ronja, dein Rock ist sehr schön geworden und steht dir gut! Ich kenne das Dilemma mit dem Kleidernähen auch. Am Anfang habe ich nur Taschen genäht, weil man da eben nichts anpassen muss. Die ersten Versuche bei Kleidern waren dann auch sehr frustrierend. Es hat einfach nicht gepasst, und je mehr ich geändert habe, desto schlimmer wurde es. Ein paar Ausnahmen, die auf dem Blog zu sehen sind, bestätigen die Regel:) Aber wenn man ein oder zwei passende Schnittmuster hat, dürfte es leicht sein, deswegen gebe ich noch nicht auf! Ich finde Kleidernähen auch deswegen besser, weil ich langsam genug Taschen hab:)
LG Amely

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Ronja
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28. Februar 2018 um 14:04 delete

Hallo Amely!
Ja, Taschen hab ich mittlerweile eigentlich auch genug. Aber dann kommt doch immer wieder ein Schnitt, der noch genäht werden möchte oder eine Idee, die ausprobiert werden muss ;)
Ich will aber auch unbedingt mehr Kleidung für mich nähen und bin überzeugt, dass das noch was wird.
Liebe Grüße,
Ronja

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lelonuk
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8. März 2018 um 18:31 delete

Hallo Ronja,
das ist echt witzig, diese Einteilung in Taschen- oder Kleidernäher! Ich gehöre da wohl eher zu den Klamotten-Näherinnen. Auch ohne Overlock. ZUm Einen kann ich nicht so viele Taschen brauchen, 1 Jeden-Tag-Handtasche, 1 Portemonnaie, 1Kulturbeutel, das reicht mir. Gut, dann nochmal diverse Kulturbeutel für die Familie, aber die sind inzwischen auch alle ausgestattet. Und man muss doch bei Baumwolle praktisch jede Naht zweimal machen, also versäubern und Nähen?! Anstrengend..
Klamotten sind praktisch: man braucht jeden Tag welche, gerne auch mal verschiedene ;-) Die Kinder wachsen auch mal raus, dann kann ich wieder neue nähen ;-) Und Jersey ist dehnbar, der verzeiht Ungenauigkeiten, wird in 1 Naht (bei mir auch fake-Overlock-Stich) genäht, dehnt sich, passt sich an, hab ich jeden Tag an! Und die Langsamkeit des Fake-Overlock-Stiches: 1.: Stricken ist noch viel langsamer, oder von Hand nähen, 2.: wenns zu schnell fertig ist, muss ich noch mehr nähen, um meine Näh-Meditation-Zeit zu erfüllen.
Aber klar, das andere hat auch was, ich träume davon, mal ne Patchworkdecke zu machen, aber ich scheue noch davor zurück, denn es wird lange dauern, und so lange an nur einem Stück zu hängen,....Na, irgendwann pack ichs mal an!
Dein Bahnenrock ist auf jeden Fall richtig schön geworden und steht Dir ausgezeichnet!
Daumen hoch!
LG, Antje von lelonuk

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Ronja
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9. März 2018 um 13:06 delete

Liebe Antje,

ich bewundere dich sehr, für deine Geduld! Mich macht der ewig langsame Fake-Overlock-Stich machmal wahnsinnig. Von Hand nähen mag ich auch nicht besonders, stricke würde ich gerne mehr, aber auch da fehlt mir die Muße ;)
Eine Patchworkdecke steht bei mir auch noch auf der "Will ich irgendwann mal machen-Liste".
Taschen nähe ich ja mittlerweile auch gar nicht mehr soo viel für mich (obwohl es schon wahnsinn ist was ich mittlerweile alles in Täschchen verpacke) sondern auch ganz oft für Freunde, Familie, oder als Aufträge für Bekannte und ein wenig verkaufe ich mittlerweile auch ;)
Und danke! :)

Liebe Grüße,
Ronja

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