Tutorial: Täschchen mit Extrafach

02:21 4 Comments A + a -

Endlich mal wieder was zum Teilen! In den letzten Monaten gab es hier ja wirklich nicht viel zum Nachmachen zu sehen. Jedenfalls nicht mit how to, höchstens Inspiration.

Dass Eigenbau mir am meisten Spaß macht, hab ich ja schon erzählt, aber das ganze drumherumfotografieren macht mir (je nach Lichtverhältnissen) oft einfach keinen Spaß, weshalb es hier zuletzt auch keine Anleitungen mehr gab. Nähen geht für mich vor Bloggen. Und nur Beiträge rauszuhauen aus dem Gedanken "ich müsste mal wieder .." funktioniert einfach nicht, gab es hier aber Phasenweise leider auch schon. 

Am Wochenende war ich aber wieder motiviert, auch mitzuknipsen. Deswegen gibt es heute eine Anleitung für ein schönes Täschchen. Vielleicht denkt ja schon jemand an Weihnachtsgeschenke ;)


Vorab: Die Anleitung richtet sich zwar in erster Linie an Anfänger, aber ob sie wirklich ausführlich genug ist, kann ich schlecht einschätzen. Einen Reißverschluss sollte man am besten schonmal eingenäht haben, weil ich nicht bei jedem Schritt ganz ins Detail gehe.

Material:

Haupttasche:
2 x Außenstoff: 16 cm x 24 cm
2 x Innenstoff: 16 cm x 24 cm
2x Vlieseline H630: 16 cm x 24 cm

Extrafach:
Klappe: 2 x 6 cm x 16 cm
Fach: 2 x 10 cm x 16 cm

Außerdem:
Reißverschluss, ca 22 cm
Schrägband oder Stoffreste für RV-Enden

 

So hab ich's gemacht:

Bevor es losgeht, muss die Vlieseline gemäß Herstellerangaben auf den Außenstoff aufgebügelt werden. Während der Stoff auskühlt, wird der Reißverschluss vorbereitet.

Dazu einfach die Reißverschlussenden mit entsprechend gefalteten Stoffresten oder, noch einfacher, gleich mit Schrägband einfassen. Wichtig hierbei: Der Reißverschluss samt Einfassung sollte am Ende nicht länger als 22 cm sein, damit das Täschchen später "schöne" Reißverschlussecken hat.


Danach kann schonmal die aufgesetzte Tasche vorbereitet werden. Ich hab hier Korkstoff verwendet, normale Baumwolle geht natürlich auch. Dann würde ich den Stoff allerdings verstärken, z.B. mit Vlieseline H250.

Zunächst habe ich an den Stoffteilen für Klappe und Hauptfach mit Hilfe eines Teelichtes Rundungen angezeichnet. Da darf man gerne kreativ sein ;) Oder einfach eckig lassen.



Die Teile für die Klappe und das Fach jeweils rechts auf rechts rundherum zusammennähen, dabei oben eine Wendeöffnung lassen.





Nahtzugaben werden an Ecken und Rundungen zurückgeschnitten. An den Rundungen den Stoff bis Knapp vor die Naht einschneiden oder mit einer Zackenschere zurückschneiden.


Dann wenden und mit den Fingern oder einem stumpfen(!) Hilfsmittel gut ausformen. Ich nehme dafür gerne das nicht haarige Ende eines Pinsels.

Nachdem die Teile gewendet und am besten einmal ordentlich flachgebügelt sind, wird rundherum abgesteppt, dabei werden auch die Wendeöffnungen verschlossen.



 
Jetzt kommen wieder die Stoffteile für das Haupttäschchen zum Einsatz.
Links und rechts unten werden aus den Ecken aller Teile (Innen- und Außenstoff, also vier mal) Quadrate mit 3 cm x 3 cm herausgeschnitten.



Dann einen Teil Außenstoff vor euch hinlegen und das Fach der aufgesetzten Tasche 4,5 cm vom unteren Rand mittig platzieren und aufnähen. Ich stelle dabei die Nadel nach rechts, um nicht in der schon vorhandenen Steppnaht zu nähen. Oben offen lassen ;)



Die Klappe direkt darüber mit einer geraden Naht annähen, so dass die Seiten beider Teile bündig abschließen, klar.



Ab jetzt wie gewohnt das Täschchen-Sandwich.
Unterstoff, Reißverschluss (mittig, 1 cm vom linken und rechten Rand), Oberstoff.



Mit dem RV-Füßchchen zusammennähen, aufklappen, bügeln und nochmal entland des RV absteppen, damit sich der Innenstoff nicht verziehen und später im Reißverschluss verfangen kann. Auf der anderen Seite das gleiche nochmal.



Der Außenstoff wird jetzt rechts auf rechts auf den Außenstoff gefaltet, Innenstoff auf Innenstoff. Der Reißverschluss ist dabei mindestens bis zur mitte geöffnet!



Rundherum Füßchenbreit nähen und dabei darauf achten, die Reißverschlussenden nicht mitzufassen. Dabei die Ecken aussparen und im Futter eine Wendeöffnung lassen.

Alle vier Ecken werden jetzt wie auf dem Foto aufeinander gelegt und zugenäht. Am besten die Nahtzugaben dabei von der Naht weg in entgegengesetzte Richtung klappen, damit es keinen dicken Knubbel gibt.


Dann geht es auch schon ans Wenden. Täschchen ausformen, Wendeöffnung schließen und schon hat man eine neue Verpackung für was auch immer.


Schreibutensilien zum Beispiel. Im Extrafach hätten zum Beispiel Post-Its oder Büroklammern Platz.


Ich hoffe, dass soweit alle Folgen konnten. Wenn noch Unklarheiten herrschen sollten oder jemand einen Fehler entdeckt, einfach raus damit.

Wie immer freue ich mich, wenn ihr nach meiner Anleitung genähte Täschchen in den Kommentaren verlinkt oder gerne auch Bilder per Mail schickt :)

Mein Täschchen wandert heute zum Creadienstag, HoT, zu den Taschen und Täschchen und vor allem noch einmal zum Taschen-Sew-Along bei Greenfietsen.

4 Kommentare

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22. November 2016 um 08:51 delete

und ich wurde neulich gefragt, ob ich nichtmal ein täschchentutorial machen könnte. auch ich war zu faul für die bilder. aber dann kann ich ja demnächst nach hier verweisen ;) sehr schön geworden. und das mit dem kork sollte ich auch mal probieren. dringend. konnte mir gar nicht vorstellen, dass man das so ohne weiteres wenden kann. ich hötte gedacht, der kork würde dann brechen. danke für die widerlegung.
liebe grüße,
jule*

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Ronja
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22. November 2016 um 13:09 delete

Kork solltest du unbedingt mal testen! Lässt sich toll verarbeiten und ist gar nicht Steif. In Portugal gibt es Läden mit allen möglichen Produkten aus Korkstoff. Taschen, Schuhe, Mäntel, Regenschirme! An Menschen hab ich sowas zugegeben kaum gesehen.
Liebe Grüße

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1. Dezember 2016 um 14:18 delete

Dein Täschchen ist sehr schön!
Die Idee mit dem Kork finde ich witzig und deine "schönen Ecken" am Ende des Reißverschlusses habe ich so tatsächlich noch nie gesehen!
Klasse!

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Ronja
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1. Dezember 2016 um 14:37 delete

Vielen Dank!
In den letzten Jahren hab ich schon so einige Möglichkeiten getestet, wie man den Reißverschluss am saubersten einnäht. Das ist für mich die einfachste und verlässlichste Variante :) Bei sehr kleinen Täschchen funktioniert das natürlich nicht so gut, da man die Öffnung dadurch ja verkleinert.

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